Dorly Marmillod Interview
Radio Beromuenster, Buenos Aires
1953


transcribed by Ephraim Schaefli


INTERVIEWER:
Liebi Hoerer [inaudible]...und uf die no keis Baehnli und kein Schielift ufe fuehred, zu de Freud vo dae beduedentschte Bergstieger, die gaern absiets uf em Berg Einsamkeit und Erholig sueched, unbekannte Gfahre trotzed und sogar wisseschaftlichs Neuland betraetet. I de Alpiniste wird das Hoechsti immer en psundere Reiz si. Uebersehen wird, dass zur Eroberig vom Gipfelcone von Mount Everest bereits Expeditione von verschiedene Laender Schlange stoend. I den andere Weltteil gits nid e so hoechi Berge, und im ganze Amerikanische Doppelkontinent gits ueberhaupt nur ein einzige Berg, der die Graenze von 7000 Meter ueber Meer grad erreicht. Das ist der Aconcadua der bi de Graenze zwuesched Argentinie und Chile i de Hochande staht. Der Aconcadua ist scho 1897 vom Schwiezer Bergfuehrer Matthias Zurbriggen erstmals bestige worde. Sither sind scho mehr als 50 Expeditione erfolgriech gsie. Und huet passiert's dem hoechste Berg vo Amerkia, dass er so zaege zum en ae Modeberg worde isch, aebe wiel er halt ?ae hoecheri Pforte isch. Es muss usserdem bemerkt werde, dass der Aconcadua uf Grund vo daeTechnik, en laecherlich liechte Berg isch, wenigstens uf einere Siete. Die Ufstiegsroute isch us klimatische Gruende daenkend nicht so schlimm. Sogar im Winter isch de Berg meistens schneefrei so dass man die fantastiche Schiabfahrtstrecki ueber die unendliche Groellfaelder us benutze cha. Die Argentinische Militaerbehoerde haend uf de Hoechi vo 6000 und 6500 Meter zwei chlini Huettli ufgstellt die grad fuer 3 bis 4 Schlaefer Platz buetet, die heissed Eva Peron und Juan Peron. De Usgangspunkt zum Ufstieg befindet sich uf 4200 Meter Hoechi, also fascht so uf Mont Blanc Hoechi, und heisst Plaza de Mulas. Doerd isch en Stand fuers Multier und es gibt Racks fuers Lagerfuer und en Unterkunfthuette die s'Militaer baue haet. Das isch e Holzhuette vo 3 mal 4 Meter. Als einzigs Mobiliar isch aen Sitz a der Wand fest gmacht, isch also no wiet entfernt vom Komfort vo eusene SAC Huette. Dafuer kennt der Andi Wiess i dem Gebiet en andere Komfort, er rietet naemlich. Me chann a de letschte Bahnstation, Puenta del Inca, Muhltier miete, die sind allerdings sehr tuer, und viele Expeditione versuched drum die argentinische Militaer behoerde z'mobilisiere, die ihne denn die Muhlies gratis zur Verfuegig stelled, und sogar die noetige Trieber. Es isch drum absolut moeglich per Muhltier bis 250 Meter unter d'Gipfelhoechi ufe z'riete. Das isch natuerlich keinerlei Bergstiegerei me. 9 vo 10 Persone die uf die Art i die hoechsti Hoechi vo fast 7000 Meter ufe gritte sind, choend denn no s'letschti Stueckli dur die sogenannte Canaleta kum me erchlaetere, wiel ihne der Atem faehlt. Au soetti mer es Muhltier nid e so starch beanspruche! Es isch theoretisch au nur erlaubt bis Plaza de Mulas druf ine z'go. Jedefalls bestaht huet bis id Hoechi vo 6750 Meter vo dem riesige Berg aen Muhltierpfad. Es isch klar das under daenne Umstaende, wo's eigentlich fast nu no a Geld, Ziet und Wetterbricht gfragt isch uf de hoechst Berg vo Amerika z'stiege, en grosse Adrang vo Bergstieger per jede Summer entstaht. Die besti Ziet isch im heisse Januar und Februar, es handlet sich da um ne Jahresziete Verchehr. Scho im Summer 1951 bis 52 isch de Lagerplatz Plaza de Muhlas staendig bsetzt gsi. Ebeso wie i dem jetzt abglofene Summer, wo ei Expedition noch der andere uf g'stiege isch. Ein Priester haet sogar welle uf em Gipfel e Mess laese, isch aber nid ufe cho, und so haet mer die Radioirichtige die zur Uebertraegig vo daere Mess mitgschleppt worde sind nid brucht. Alli die Luet haend nur ei Sorg, die neuste Maessige haend naemlich ergeh, dass de Berg die 7000er Graenze eigentlich nid erreicht, statt 7021 Meter, muess mer wahrschienlich 6953 Meter aneh. Aber me git doch der einzige 7000er uf em Amerikanische Erdteil nid e so liecht bie. Liebe Hoehrer, ich verzellen eu da viel vo dem Modeberg Aconcagua, uf de, i dem Summer unter anderem auch Expeditione us Japan und Brazilie ufgstiege sind. Jetzt moecht ich doch gern wieder amal vonere Schwiezer Leistig rede, das ghoert mer bi eu daheim doch bsunders gern, nid war? Wenn vo Berge d'Red isch denn doch sehr oft au vo Schwiezere, da dra haet sich d'Welt au scho einigermasse g'woehnt. I ha schon g'seit das der Aconcadua erstmals vom Schwiezer Zurbriggen bezwunge werde. So haend mir hier vor em Mikrophone sini Frau. Frau Marmillod isch Gott sei Dank fuer Beromuenster, en Appezelleri, geborene Eisenhut. Nun soeled eusi Hoerer aber nid daenke, dass mir si do um dae eigentliche Held vo de Reportage betrueged. Nei, nei, Frau Marmillod isch uf allne Bergfahrte vo ihrem Ma, ueberall i de Suedamerikanischen Kordillere di perfekti Kameradin gsi und isch au diesmal wieder daebi gsi. Und usserdem isch sie aen ebeso perfekti Mutter vo vier Toechtere die alli i verschiedene Latin Amerikanische Republike gebore worde sind.

Saeged sie Frau Marmio, we Mengsmal sind sie scho mit ihrem Ma uf em Aconcagua gsi?

MARMILLOD:
Mit dere letschte Bestiegig i dem Jahr sind mer insgesamt drei Mal obe gsi. Erstmals im Februar 1948 mit ueserne Landsluet Otto Pfenniger und Konrad Brunner, s'zweite Mal mit Michel Rudin us Silo.

INTERVIEWER:
Wie isch das mit dene Fraue uf em Aconcadua? Es haet gwuess nid Viele die sich so hoech ufe waged.

MARMILLOD:
S'erst Mal, also 1948 bin i die dritte Frau uf em Gipfel gsi. Die beide Vorgaengerinne Adrian Ban, mit zwei Bestiegige, und Maria Canale sind aber beide am Berg selber ums Laebe cho. 1952 isch Fraeulein Maendi Knoller, als vierte Frau und erste Argentinerin uf em Gipfel gsi. Mit mine beide Bestiegige sind also vier Fraue sechsmal uf 7000 Meter Hoechi gsi.

INTERVIEWER:
Nun sind sie also diesmal ueber e neue Route ufgstiege, sind sie das allei mit ihrem Ma gange?

MARMILLOD:
Nei, es handlet sich um en Argentinisch-Schwiezerische Expedition, denn mir sind vo zwei junge Argentinier begleitet worde. De Einte isch de Argentinische Gebirgsgruppelieutnant Francisco Ibanez, 25 Jahr alt , der scho 6 Mal uf em Gipfel gsi isch und also i dere Hinsicht de Rekord besitzt, der anderi heisst Fernando Grajales und isch au scho mal uf em Gipfel gsi. Dur de Lieutnant Ibanez haend mer Militaer Muhltier koenne Benuetze , und ae so s'Material ueber die erst Groellhalde hinweg, bis zum Afang vo deFelsbasis transportiere, also bis ungefaehr 5400 Meter hoech. Bis zu daere Stell,wo mer ueses erste Zeltlager mit zwei Zelt ufgstellt haend, isch min Ma uebrigens scho 1952 mit zwei Franzoesische Alpiniste gange um de Weg z'recognoziere. Mi haend bis doet hi au no en fuefte Ma, Horche Guacordo mit gno, der aber mit de Muhltier, d'Zelt wieder zruck transportiert haett. Mir sind denn mit ueserne Schlafsaeck allei wieter gstiege.

INTERVIEWER:
Wieviel Tag haend sie fuer die Expedition brucht?

MARMILLOD: Insgesamt sinds 7 gsi. Me choent das aber vielicht i feuf oder sogar vier Tag mache. Mi haend zwei Naecht i Zeltlager gschlafe und am zweite Tag haend min Ma und de Lieutnant Ibanez de Weg nach aem Couloir gsucht, das min Ma vorher uf de Photo und mit dae Feldstaecher vo de andere Talsiete her usfindig gmacht haett.

INTERVIEWER:
Da haend sie also vorher na Recognozierigsufstieg uf andere Gipfel muesse mache um die neue Route z'studiere?

MARMILLOD: O jah, mehreri Berge sind vorher au zum Training bestiege worde. Mir haend zum Biespiel, en Namelose Gipfel der oepe 5500 Meter hoech isch, uf de Vortsetzig vom Acongadua Suedgrat bestiege und aen mit aem Name Mirador tauft. Um aber uf uesere neue Route zruck z'cho, mer sind denn am dritte Tag mit Sack und Pack, jede mit oepe 15 Kilo is Couloir ie gstige. Sind nach eman a Bivouac am vierte Tag hoecher gstiege, i de Nacht aber verschneit worde, so dass mer am fuefte Tag im Lager bliebe sind, ungefaehr 6400 Meter hoech. S'Wetter isch jedefalls wieder schoen worde, nur isch es natuerlich zwisched 6 und 7000 Meter ziemlich chalt und windig. Am sechste Tag haend mer ueber dae Suedgrat traversiert, und sind am Nomittag am fuefi uf em Suedgipfel gstande. De isch oepis weniger hoech als de Nordgipfel drum viel weniger begange. Mi Ma haet vo doet dae Iispickel vo de Erstbestieger, dae Deutsche Kopp und Herold, die vo dae Canaletta us ufgstiege sind mit abe gno. Er isch no guet erhalte im Steinwaendli inne gsteckt, sit em Jahr 1947. Er haett denn sin eigene Pickel doett glo. Am glieche sechste Tag sind mer no is Holzhuettli Juan Peron abe gstiege, also ueber d'Normalroute, und am siebete Tag sind mer noch Plaza de Mulas abe cho.

INTERVIEWER:
Und sie saeged also, dass die Kamaradschaft mit daene beide Argentinier usgezeichnet gsi sig?

MARMILLOD:
Ja, de Lieutnant Ibanez isch die grosse Hoffnig vo de Argentinische Bergstiegerei, die sogar mit ihm a de Spitze en eigeti Himalaya Expedition planed. Francisco Ibanez haet au juengst ghuerate, das wend mehr au no schnell hinzu fuege, denn sieni Frau isch d'Tochter vom en ae Schwiezer Concierge mit em guete Berner Name, Imobersteg. So isch also de Lieutnant Ibanez nid nu dur Bergkameradschaft sondern au no durch staercheri Band a d'Schwiez bunde worde.

INTERVIEWER:
Und zum Schluss Frau Marmio, no ae letschti Frag, wieviel Erstbestiegige haet ihren Ma in Suedamerika scho uf em Konto?

MARMILLOD:
Oh das weiss i noed, fuer soettige Sach haett mer gaer keis Konto.